Butter Yellow and Estrogens

Dezember 11, 2011

Gendered Drug Standards. From Historical and Socio-anthropological Perspectives. A workshop of the ESF Research Networking Programme DRUGS.

Lunes, 28 Noviembre 2011 – Miércoles, 30 Noviembre 2011
Salón de Grados B, Facultad de Medicina, Universidad de Granada. Avda. de Madrid, 11. (Granada)workshop drug

Fremd- und Vitalstoffe. Der Diskurs über »Gift in der Nahrung« in der Mitte des 20. Jahrhunderts

Mai 3, 2011

30.5.2011, Münchner Zentrum für Wissenschafts- und Technikgeschichte

Antrittsvorlesung, 24. Mai 2011

Mai 3, 2011

Antrittsvorlesung an der TU Braunschweig

Stress in der Leistungsgesellschaft

März 28, 2011

Call for Papers

Stress in der Leistungsgesellschaft
Flexible Systeme zwischen Erholung und Kollaps

Tagung an der ETH Zürich, 8.-10. März 2012

Gesellschaften definieren sich nicht nur über ihre Werte und Visionen, sondern auch über ihre Beschwerden. Während der industrialisierte Mensch des Fin de Siècle an Nervosität litt, steht die Leistungsgesellschaft seit den 1960er Jahren zunehmend unter Stress. Der Stress wanderte von der Mechanik über die Biologie und die Militärpsychiatrie in die Chefetagen der aufkommenden Managerklasse und wurde im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts zur Pathologie des flexiblen Menschen schlechthin. Zentral für das Stresskonzept ist die Vorstellung einer dynamischen Anpassung. Der Mediziner Hans Selye hatte die Adaptation des Körpers an schädliche Einflüsse als hormonell gesteuerte Anpassung formuliert; er nannte diese Anpassung 1936 General Adaptation Syndrome und verhalf dem Konzept unter dem Begriff „Stress“ in der Nachkriegszeit zu wissenschaftlicher Resonanz. In der aufkommenden Leistungsgesellschaft wurde diese biologische Anpassungsfähigkeit lebensweltlich interpretiert. Stress wurde zum Ziel einer Reihe von Interventionen und Selbsttechnologien: Ratgeber und Kuren, Waldlauf, autogenes Training, Wellness und gleitende Arbeitszeiten sollen eine dynamische Anpassung an die diversifizierten Anforderungen des Berufs- und Privatlebens ermöglichen.

Mit dem Stresskonzept konnte das mechanische Verhältnis zwischen Erholung und Kollaps des Industriezeitalters flexibilisiert werden. War der Human Motor Belastungen ausgesetzt, die ihn ermüdeten, wurden Stress und Stressbewältigung zum zentralen Dispositiv der auf Human Capital setzenden Dienstleistungsökonomien. Leistungssteigernde Erholung ist seither Ziel einer Körperpolitik und Selbstverpflichtung, die bis in die Stretch-Kleidung der Aerobic-Bewegung dem Prinzip Elastizität folgt. Wird nicht für adäquate Regeneration gesorgt, droht das Burnout. Aber nicht nur Individuen haben Stress, sondern auch Ökosysteme, Finanzmärkte und Atomreaktoren. Stresstests simulieren das Verhalten eines Systems unter Extrembedingungen und wissenschaftlich-technische Entlastungskonzepte generieren optimierte Systeme, die sich immer größeren Risiken gegenüber als „resilient“, robust und adaptationsfähig erweisen. Folgenabschätzungen, Pufferzonen, Sollbruchstellen und Rückversicherungen sollen qua Antizipation den ständig drohenden Kollaps abwenden.

Ziel des Workshops ist es, aus historischer Perspektive Genese, Anschlussfähigkeit und Reichweite des Stresskonzepts in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu reflektieren. Dabei sind vor allem Ansätze willkommen, die auf Interdependenzen ökonomischer, politischer, technischer und sozialer Wissensbereiche fokussieren. Welchen Transformationen unterlag die Beziehung zwischen Subjekt, Arbeit und Freizeit von den Konzepten einer rationellen Betriebsorganisation über die kybernetische Utopie einer Befreiung des Menschen durch Automation bis zum life-long learning, den Assessments und der Evaluationskultur in der postindustriellen Gesellschaft? Welche Konjunkturen hatten Konzepte des Belastungshaushalts, der Adaptation, des dynamischen Gleichgewichts und der flexiblen Stabilität innerhalb von biologischem, ökologischem, psychologischem und politischem Regulierungswissen? Mit welchen Maßnahmen und Selbstpraktiken hat man auf den Stress reagiert? Wie wurde Stress – als Funktionszusammenhang von Ressourcenökonomie und Leistungseffizienz – zu einem zentralen Konzept in so unterschiedlichen Gebieten wie der Ökosystemtheorie, der Toxikologie, der Materialforschung, im Katastrophenmanagement oder im Finanzwesen? Studien zum Stressmanagement in der Betriebsorganisation und in den Lebenswissenschaften sind ebenso willkommen wie Untersuchungen zu Utopien der Stressfreiheit, zu Praktiken der Stressbewältigung und zu sozio-technischen Kompensationsarrangements.

Organisatorisches:
Die Tagung findet vom 8. bis 10. März 2012 an der ETH Zürich statt. Reise- und Unterbringungskosten werden für die Referenten und Referentinnen übernommen. Organisatoren sind Lea Haller (ETH Zürich, haller@history.gess.ethz.ch), Sabine Höhler (ETH Zürich, hoehler@wiss.gess.ethz.ch) und Heiko Stoff (TU Braunschweig, h.stoff@tu-bs.de). Alle Interessierten sind eingeladen, sich mit Vorschlägen für Beiträge (Abstracts von maximal 500 Wörtern) bis zum 15. Mai 2011 an untenstehende Adresse zu wenden.

Lea Haller ETH Zürich Institut für Geschichte/ Technikgeschichte Auf der Mauer 2 (ADM) CH-8092 Zürich Tel. 0041 (0)44 632 75 02 haller@history.gess.ethz.ch

Die Popularität der Zombies ist erklärungsbedürftig

März 28, 2011

Kulturstiftung des Bundes

Institut für Technikgeschichte, ETH Zürich

Dezember 28, 2010

Heiko Stoff, Dr. phil. (Gastakademiker)

Heiko Stoff, geb. 1964, hat Geschichte sowie Deutsche Sprache und Literatur an der Universität Hamburg studiert. Er promovierte 2002 am dortigen Historischen Seminar mit einer 2004 im Böhlau Verlag publizierten Arbeit zur Geschichte der Verjüngung (Ewige Jugend. Konzepte der Verjüngung vom späten 19. Jahrhundert bis ins Dritte Reich). Im Anschluss war er Mitglied einer von der Präsidentenkommission „Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus” der Max-Planck-Gesellschaft eingerichteten Forschungsgruppe und befasste sich mit der Rolle Adolf Butenandt als Wissenschaftspolitiker in der Nachkriegszeit sowie der Geschichte des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Silikatforschung. Zudem war er Postdoc an der Abteilung III des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Im September 2004 kam Stoff im Rahmen der DFG-Forschungsgruppe zur Geschichte der DFG (1920-1970) als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Abteilung für Geschichte der Naturwissenschaften mit Schwerpunkt Pharmaziegeschichte der TU Braunschweig. Die dabei verfasste Monografie „Wirkstoffe: ‚Regulatoren des Leistungsgetriebes’. Eine Geschichte der Institutionalisierung, Standardisierung, Aktivierung und Prekarisierung der Hormone, Vitamine und Enzyme, 1920-1970“, die 2011 im Steiner-Verlag erscheinen wird, stellt zugleich seine Habilitationsschrift dar. Stoff forscht aktuell in Braunschweig zu einem von der DFG im Normalverfahren geförderten Forschungsprojekt mit dem Titel „Fremdstoffe. Eine Geschichte der Risikopolitik prekärer Stoffe und der Genese des kritischen Verbrauchers in den fünfziger und sechziger Jahre“.

Technikgeschichte

Zombies

Dezember 28, 2010

„Die schlurfenden Massen. Eine Körpergeschichte der Zombies“, in: Das Magazin der Kulturstiftung des Bundes 16 (2010)
Magazin

Technoscience

Dezember 28, 2010

„’Interesting False Problems’. Technoscience und Geschichte“, in: Jutta Weber (Hg.), Interdisziplinierung? Zum Wissenstransfer zwischen den Geistes-, Sozial- und Technowissenschaften. Bielefeld: transcript, 2010, S. 113-142
Interdisziplinierung

Wirkstoffforschung

Dezember 28, 2010

„Enzyme, Hormone, Vitamine. Von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Wirkstoffforschung 1920-1970“, in: Karin Orth/Willi Oberkrome (Hg.), Die Deutsche Forschungsgemeinschaft 1920-1970. Forschungsförderung im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik. Stuttgart: Steiner, 2010, S. 325-340
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, 1920-1970

Wirkstoffe

Dezember 28, 2010

„Wirkstoffe als Regulatoren des Leistungsgetriebes, 1889-1950“, in: Volker Koesling/Florian Schülke (Hg.), Pillen und Pipetten – Wie Chemie und Pharmazie unser Leben bestimmen. Leipzig: Koehler & Amelang, 2010, S. 118-139
Technikmuseum


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